Das Geheimnis der düsteren Dissonanz « Ratakresch

Das Geheimnis der düsteren Dissonanz

Schlaf ist für viele von uns ein Fremdwort geworden. Jetzt, nachdem alle Spuren in den PC gehämmert sind, dreht unser Mischer Axel tagsüber, nachtsüber und auch in der Zeit dazwischen an den Reglern. Wenn wir uns mal eine Mischpause gönnen, dann ruhen wir uns bei Bier, Pizza und einer Probe aus. Denn schließlich ruft der Festivalsommer.

Auch in dieser Woche haben wir wieder fleißig die Lieder unter Livebedingungen gespielt. Und man sollte ja davon ausgehen, dass nach der langen Zeit im Studio jeder seinen Part im Schlaf beherrscht. Harmonien? Kenn ich. Timing? Läuft. Eigentlich.

Doch dann der Schock im Proberaum. Nach den ersten Songs explodiert eine ohrenbetäubende Dissonanz, spritzt selbst von den Dämmteppichen zurück und bohrt sich in die zugepfropften Ohren. Die Quelle ist schnell ausgemacht: Der Übeltäter ist ein Bandmitglied, das seinen Namen nicht im Internet lesen will. Nennen wir ihn Paul.

Was er sagt, klingt zunächst so, als wolle er von seinem Missgeschick ablenken. „Ich kann es kaum erwarten, bis unser Album erscheint“, sagt Paul. Ein Lächeln huscht über die Gesichter. Recht hat er, es hat ja auch lange gedauert. Doch dann lässt er die Bombe platzen: „Damit ich endlich richtig zu den Liedern üben kann!“

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